Donnerstag, 5. April 2018

Neue Datenschutz-Grundverordnung

Liebe Leser,
mit dem Inkrafttreten der neuen Datenschutz-Grundverordnung werde ich alle meine Blogs vom Netz nehmen. Genießt bis zum 24. Mai nochmal alle meine Texte (oder auch nicht). Angesichts der wuchernden Dummheit der Bürokratie kann ich nur noch resignieren.

Mittwoch, 7. März 2018

Wandern auf Fuerteventura - Montana Roja (314 m)

Die Berge auf Fuerteventura sind nicht sehr hoch. Doch viele von ihnen erheben sich direkt in der Nähe des Meeres, und so ist mancher Dreihunderter beeindruckender als viele unerhebliche Dreitausender in den Alpen. Nach elf Monaten war ich im Februar wieder in der Lage zu wandern, selbst kein ganz einfaches, felsiges Terrain konnte ich begehen - sehr hartnäckige Sehnenansatzentzündungen in den Leisten hatten mich 2017 lahmgelegt.
Unterhalb des Gipfels der Montana Roja (c) Matthias Kehle

Schon bei unserem ersten Aufenthalt vor vielen Jahren war mir der Montana Roja ins Auge gesprungen, der erste markante Vulkan südlich von Corralejo, der sich nur wenige hundert Meter von den Sandstränden 314 m über den Meeresspiegel erhebt. Er ist einfach zu besteigen, ein mit einigen Steinmännern markierter Pfad führt auf den Gipfel, von dem sich ein sagenhafter Blick auf den Nordosten, auf die Sandstrände und Dünen von Corralejo ergibt. Der Startpunkt liegt einige Kilometer südlich von Corralejo. Man fährt auf der FV-1 bis zum Ende der Dünenlandschaft zur Grenze des Naturparks, die durch eine Bronzemöwe markiert ist. Zwischen dem Kilometerstein 9 und 8 auf der FV-1 passiert man nach den Sanddünen einen ersten markanten Felsriegel und einen trocken gefallenen Bachlauf (Barranco). Dort parkt man das Auto am Strafßenrand. In Fahrtrichtung rechts erkennt man nun einige Steinmänner und aufgestellte Holz- bzw. Betonmarken. Hier beginnt der Wanderweg. Sofern man diesen nicht auf Anhieb findet, hält man auf das erste "Viadukt" einer Wasserleitung zu. Von diesem aus ist der Wanderweg gut erkenntbar und bis zum Gipfel mit Steinmännern markiert.
Überglücklicher Autor am Gipfel (c) Matthias Kehle

Nicht nur wegen der Aussicht bis zu den Nachbarinseln Lobos und Lanzarote werde ich diese bescheidene 2,5-Stunden-Wanderung nicht vergessen. Eigentlich bin ich ein nüchterner Mensch, aber auf den letzten Metern vor dem Auto liefen mir die Tränen vor Glück und Freude: Endlich wieder auf die Berge steigen, endlich wieder wandern können. Wer einmal diese Erfahrung macht, wird fortan ganz anders gehen, wandern, bergsteigen. Ich mag die Vokabel nicht, sie ist zu abgegriffen und überstrapaziert, aber in diesem Fall trifft sie: Man wird "demütig".

Freitag, 26. Januar 2018

Sehnenansatzentzündungen

Liebe Leser, lange war "Sendepause". Seit Mitte März 2017, also seit fast elf Monaten, leide ich an Sehnenansatzentzündungen des Iliopsoas am Trochanter minor beidseitig. Dieser Muskel verläuft von der Innenseite des Oberschenkelknochens durchs Becken zur unteren Wirbelsäule - grob gesagt. Die Behandlung ist schwierig und langwierig, das Ausheilen dauert zwischen acht Monaten und zwei Jahren. Es ist der Muskel, den man beim  Wandern, beim Steigen, bei jeder Bewegung des Beins benötigt. Höchststrafe also, ein gepflegter Trümmerbruch ist schneller wieder im Lot. Nun bin ich soweit wieder auf den Beinen, dass ich im Alltag keine Schmerzen mehr habe - Cortison und einer guten Physiotherapeutin sei Dank. Drückt mir die Daumen, bald geht es nach Fuerteventura zu ersten kleinen Wanderungen. Ich wünsche mir und Euch allen ein großartiges Wanderjahr 2018

Samstag, 20. Mai 2017

Sendepause

Liebe Leser, aufgrund einer langwierigen Sportverletzung muss ich pausieren. Und damit ist auch hier Sendepause, denn es würde mich sehr frustrieren, müsste ich über das Wandern schreiben, über die Berge...
Drückt mir die Daumen, dass ich vielleicht im kommenden Herbst wieder losziehen kann.

Freitag, 17. März 2017

Auf dem heißen Stein - Weshalb die Siesta beim Wandern der Lustgipfel ist

Voller Bauch marschiert nicht gern. Das wusste wahrscheinlich schon Hannibal, als er mit seinen Elefanten über die Alpen wanderte. Vermutlich hat auch er es mit seinen Mannen und den Rüsseltieren getan: Nach der Brotzeit eine Siesta gehalten. Was mit einer Riesentruppe schiere Notwendigkeit ist, ist für den Normalwanderer der Lustgipfel. Was ist schöner, als mit vollem Bauch in der Sonne zu liegen und zu dösen? Die Bienen schwirren, die Vögel zwitschern, ab und zu zwinkert man in den Himmel, schaut den Wolken nach oder in den sanft rauschenden Blätterwald über einem. Für meine Frau und mich gehört jedenfalls eine Siesta zum Wandern elementar dazu. Notfalls steigen wir wieder ein paar Meter vom Gipfel ab, um unsere Ruhe zu haben.

Autor bei der Siesta auf Piz la Stretta
Das schönste Schläfchen hielten wir übrigens auf dem Piz Surgonda im Engadin. Wir waren allein auf diesem weitgehend unbekannten Nachbarn des Piz Julier und lagen auf einem flachen, heißen, ergonomisch geformten Felsen, dösten und hatten selige Träume. Auch ein Bänkchen auf einer Lichtung im Schwarzwald tut es, genauer gesagt: zwei Bänkchen. Den Kopf betten wir auf den Rucksack, den Rücken auf ein 30 x 90 cm großes Stück Isomatte. Für den Fall der Fälle, dass ein kühles Lüftchen weht, haben wir stets eine dünne, federleichte Fleece-Decke dabei. Nicht möglichst viele Gipfel zu besteigen, ist unser Ziel, sondern möglichst viele schöne Siestas zu halten. Deshalb reizte es mich auch nie, einen Fünf-, Sechs-, Sieben- oder gar Achttausender zu besteigen. Wo soll man denn in dieser Höhe ein angenehmes Schläfchen halten?