Donnerstag, 27. August 2009

Das Wetter

Wetten dass es an Weihnachten wieder mild ist und bis in die höchsten Mittelgebirge taut? Dass dem so ist, liegt an den Wettersingularitäten. Das sind Großwetterlagen, die für bestimmte Jahreszeiten typisch sind und statistisch gehäuft auftreten. Die Hundstage, die Schafskälte, die Eisheiligen. Wenn man seinen Kurzurlaub auf Mitte Mai verlegt, hat man rein statistisch gute Chancen, dass man in den Alpen im Neuschnee herumstakst. Seit vielen Jahren verlegen wir deshalb vor allem unsere kürzeren Urlaube in jene Zeiten, für die die Statistik gehäuft Hochdruckwetter verspricht. Der beste Wandermonat - das ist allgemein bekannt - ist der September, wobei sowohl am Anfang als auch am Ende des Monats die Wahrscheinlichkeit für "gutes Wetter" am größten ist.
Rein statistisch sind gute Wanderphasen zwischen dem 20. und 27. Mai mit einer Hochdruckwahrscheinlichkeit von 80%. Ungünstig ist der gesamte Juni, günstig die Hundstage sowie die letzten Tage im August. Mitte Oktober, vom 10. bis zum 19., verspricht die Statistik zu 69% Hochdruckwetter, und in den ersten Novembertagen unternahmen wir schon wunderbare Wanderungen im Berner Oberland oder im Schwarzwald, der Wintereinbruch steht dann unmittelbar bevor. Das Licht Anfang November ist herrlich, und von Touristen ist weit und breit keine Spur, dafür sind auch alle Seilbahnen und Hütten dicht, selbst in Interlaken kann man dann mitten auf der Hauptstraße flanieren, und nur ab und an hupen ein paar verschnarchte Autos mit Berner Kennzeichen.
Reingefallen sind wir eigentlich nur im September 2008, als wir an sieben von zehn Tagen im Bregenzerwald im Nebel wanderten und wegen Vereisung nicht über die 2400 Meter hohe Hochkünzelspitze herauskamen. Dass sich im September eine NO-Lage einstellt, kommt allerdings äußerst selten vor. Ich erinnere mich an unsere vorletzte Tour. Wir stiegen aufs Warther Horn, es war ausnahmsweise schönes Wetter und in der Ferne sahen wir gar das Tinzenhorn im Engadin. Beim Abstieg kamen wir an einer Hütte vorbei. Die Hüttenwirtin beschloss die Saison, trug die Stühle von der Terrasse hinein. Uns waren schon die ungewöhnlich vielen Murmeltiere aufgefallen. Die Wirtin meinte: "So wie sich die Murmeltiere verhalten, gibt es einen langen und kalten Winter." Recht hatte sie. Ende September bin ich (diesmal leider ohne Anja) im Bregenzerwald. Dann werde ich mal die Wirtin fragen, wie der nächste Winter werden wird.

Literatur: Fliegair

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