Sonntag, 9. August 2009

Westweg im August 2009



Gestern sollte es schwülwarm werden, weshalb wir beschlossen, möglichst in der Höhe zu wandern. Die Tausender-Reihe wollten wir mal wieder gehen. Plättig - Badener Höhe - Mehliskopf und so weiter. Weiter kamen wir jedoch nicht: Waldarbeiten unterhalb des Hochkopfes. Also marschierten wir im Motorrad-Läm nach Herrenwies und weiter über Schwallung nach Forbach. Der berühmte Westweg zwischen Sand und dem Schliffkopf ist vor allem im Sommer an Scheußlichkeit nicht zu überbieten. Es ist nicht nur der Motorradlärm (der übrigens dafür sorgt, dass dort oben manche Vogelarten ihre Balzrufe nicht mehr hören können und deshalb am Aussterben sind) und Spritgestank, es sind auch die zunehmend überbreiten Güterwege, die vielen tiefen Schneisen, die den Wald durchpflügen - immer größer werden die Maschinen, mit denen die Förster "ihr Wirtschaftsgut" bearbeiten. Die schönen Wegstrecken werden immer kürzer: Die wenigen steilen Meter von Sand auf den Mehliskopf, der Abstieg von Wegscheid nach Forbach, zuletzt vorbei an den schmucken Häuschen des immer noch idyllischen Ortes. Noch vor fünf Jahren, als wir den Westweg in tutti wanderten, waren die Wege noch in besserem Zustand. Die Streckenführung des Westwegs wird übrigens regelmäßig verändert - was wohl an den zunehmenden Zerstörungen mancher Abschnitte liegen mag.
Wanderern sind wir an diesem gestrigen Samstag kaum begegnet (vieren, um genau zu sein). Samstags müssen sie halt ihr Auto putzen.
Dass der Westweg, vor allem im Spätherbst und Winter, herrlich sein kann, darüber schreibe ich ein anderes Mal.

Fotos (c) Matthias Kehle: Am Mehliskopf (Aufnahmen von 2008).


Infos zur Westweg-Etappe Forbach-Mummelsee
Infos zum Westweg (natürlich mit Bollenhut-Logo und allen Schwarzwald-Klischees).
Wanderkarte Westweg bei amazon
Ganz ausgiebige Infos zu meinem geliebten und gehassten Westweg gibts bei:
Wikipedia

1 Kommentar:

  1. Die Wege wurden nicht deshalb in manchen Abschnitten geändert, weil sie zerstört wurden, sondern viele Asphaltstreckenabschnitte wurden durch Umleitungen quasi ersetzt durch "naturnahe" Wege.
    Der Weg ist dadurch tatsächlich schöner zu gehen.
    Wurde übrigens gemacht, damit der Westweg prämiert werden konnte ..., ebenso deshalb das neue Wege-Leitsystem. Zuvor war die Ausschilderung teilweise katastrophal und vor allem nicht einheitlich.
    Der Westweg ist wohl einer der wenigen Strecken, die durch die Heinis des Reklameblättchens "Wandermagazin" und den Typen vom "Deutschen Wanderinstitut" (welch hochtrabender Name) nicht geschädigt, sondern tatsächlich verbessert wurde.
    Nun sollte man den Weg nur noch für Radler sperren, auch wenn es bestimmt 30 mal so viele Radler wie Wanderer unterwegs sind.

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