Sonntag, 10. April 2011

Weitere Zerstörung von Wanderwegen im Nordschwarzwald















Nachgereichte Vorbemerkung: Dieser Blogbeitrag wurde in einem MTB-Forum verlinkt als Beleg dafür, dass es nicht die Mountainbiker sind, welche die Wanderwege und Wälder zerstören. Mountainbiker richten erhebliche Schäden an, die ich bei Gelegenheit doch mal  dokumentieren muss (23. August 2012).

Der Seekopf ist der unbekannte Nachbar der Badener Höhe mit seinem weithin sichtbaren Aussichtsturm. Auf seinem höchsten Punkt steht ein Gedenkstein (Hier klicken), hinter ihm wächst ein gewaltiger Rhododendronstrauch, und ein hübsches Bänkchen machte den Gipfel zu einem herrlichen Platz für eine Brotzeit. Von der Badener Höhe führte ein schmaler, teils felsiger Pfad zum Gipfel, weiter führte dieser hinab zum Herrenwieser See. Wohlgemerkt: führte. Der Gipfel ist nämlich neuerdings völlig zerstörtes Gelände. Diesmal waren es wohl keine riesigen Baumerntemaschinen - der Wald ist ein Wirtschaftsgut, und zwar vor allem und zuvorderst! - wenn ich die Röhre und die Absperrung richtig interpretiert habe, wurden da oben irgendwelche Leitungen verlegt, welcher Art auch immer. Man lasse sich das auf der Zunge zergehen: Über den Seekopf verläuft der Westweg, einer der bekanntesten deutschen Weitwanderwege. Mindestens ein halbes Dutzend weiterer Wanderrouten führt über die Bergkuppe. An schönen Tagen wird der Berg pro Stunde von dutzenden Wanderern überschritten. Und dann verlegt irgendeine Firma irgendwelche Gas- oder Stromleitungen, vielleicht auch Telekommunikationsleitungen, walzt die Wanderwege auf eine Breite von drei Metern platt, füllt diese mit grauem Schotter auf und frisst noch weitere Kiesautobahnen rund um den Gipfel ohne Rücksicht auf Verluste, auf Gestrüpp, Heide, Baumwurzeln, Tümpel, geschreddert wurde schlicht alles, was im Weg war.
So blöd - mit Verlaub - ist man nur im Nordschwarzwald, so rücksichtslos wird Landschaft nur hier zerstört, nein: Mit Tourismus hat man hier nichts, aber auch gar nichts am Hut. Liebe Wanderer, die ihr immer noch glaubt, Forbach sei das idyllische Schwarzwalddorf schlechthin und das Murgtal eines der schönsten im Ländle: Wandert im Hunsrück, auf Mallorca oder im Südschwarzwald. Und meidet vor allem den Westweg! Jeder Feldweg vor Eurer Haustür in Castrop-Rauxel oder Fukushima ist schöner und idyllischer.

Foto: Zerstörungen am Gipfel des Seekopfs (c) Matthias Kehle

1 Kommentar:

  1. Auch im Schönbuch wird rücksichtslos durch das Unterholz gepflügt .Kein noch so schmaler Pfad wird ausgelassen und bei Regen im Matsch verwandelt. Wenn jetzt alles für diese Biker freigegeben wird, wird auch der Jungwuchs in der entlegensten Region zerstört. was die Rehe und Harverster nicht geschafft haben,werden schon die naturliebenden Radler fertigkriegen.

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