Sonntag, 7. August 2011

Alle Jahre wieder: Ärgernisse auf dem Westweg

Wir schreiben Samstag, den 6. August 2011. Sommerferien in Baden-Württemberg. Auf dem berühmten und berüchtigten Westweg von Pforzheim nach Basel sind Hunderte von Wanderern unterwegs. Dazu kommen Tagesausflügler und Sommerfrischler. Wir beschlossen, eine Trainingseinheit zu absolvieren. Das heißt, einmal Dobel-Hohloh und zurück, macht 30 Kilometer. So ganz ernst nahmen wir diese Trainingseinheit allerdings nicht. Hier hielten wir einen kleinen Schwatz mit Wanderern, dort plauderten wir mit Rennradlern. An der idyllischen Kreuzlehütte machten wir Brotzeit und gedachten eine kleine Siesta einzulegen, ein Schläfchen zu halten, derweil Wanderer an uns vorbeimarschierten, mal mit Hund, mal ohne Hund, mal klapperten die Wanderstöcke, mal nicht. Wir dösten, mal zogen Wolken vor die Sonne, mal wärmte sie unsere satten Bäuche.
Plötzlich von Ferne ein Dröhnen, das immer näher kam und bedrohlich laut wurde. Wir setzten uns auf und siehe da: An diesem Samstag während der Sommerferien, während Dutzende von Touristen die Schönheit des Nordschwarzwalds genießen wollten, wälzte sich eine gewaltige High-Tech-Planierraupe auf dem berüchtigten Westweg hin und her und verbreiterte die bei Wanderern so verhasste drei Meter breite Schotterpiste auf vier Meter. Äste knackten, Jungbäume wurden platt gedrückt, Pfützen, in denen Kaulquappen wimmelten, beseitigt. Der Westweg kurz vor dem beliebten Kaltenbronn ist damit noch ein Stück scheußlicher geworden - vor den Augen kopfschüttelnder Wanderer, die erschreckt zur Seite gingen. Bleibt zu hoffen, dass die neue Landesregierung es schafft, den geplanten Nationalpark Nordschwarzwald tatsächlich zu installieren. Bis dahin versucht die Holzindustrie noch möglichst viel Schaden anzurichten und Holz aus den Wäldern rund um Forbach zu ziehen. Ohne Rücksicht auf Verluste, Wanderer und Touristen, die in Zukunft Geld bringen könnten. So lange hier kein Umdenken stattfindet, werden zwischen Dobel und Forbach immer mehr Hotels, Pensionen und Restaurantbetriebe leerstehen und Gemeinden wie Dobel beispielsweise ihr Hallenbad schließen müssen.

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