Montag, 17. Oktober 2011

Was eine Wasserblase mit einem Orgasmus gemeinsam hat















Ob sich in diesen Schuhen wohl Wasserblasen gebildet haben?
(c) Matthias Kehle


Eine üble Malaise sind Wasserblasen, die sich beim Wandern bilden, und eigentlich weiß niemand so recht, weshalb sie entstehen. Von mangelndem Training der Füße, sprich zu wenig Hornhaut, meinen die einen. Das kann nicht unbedingt sein, denn weshalb habe ich mir ausgerechnet gestern, am Ende der Bergsaison, eine dicke Wasserblase erlaufen? Neue Schuhe verursachen Wasserblasen, meinen andere, weshalb man sie ordentlich einlaufen muss. Das kann auch nicht sein, denn gestern trug ich die völlig ausgelatschten Schuhe, die nur noch fürs Mittelgebirge taugen. Ein wenig googeln bringt auch keine Lösung des Rätsels "Wasserblasen". Schlecht sitzende Schuhe werden jedenfalls immer wieder genannt. Und dann wäre da noch die Frage, was man gegen Wasserblasen tun kann? Besonders beliebt ist das Abkleben, das Ab-tappen mit speziellen Pflastern oder mit Klebeband.
Eine Wienerin, die mich beim Trampen in der Silvretta mitnahm, weil ich einige pralle Wasserblasen hatte, empfahl mir zur Prophyllaxe, ungewaschene Socken zu tragen. Sie selbst trage ihre Wandersocken erst einmal in der Stadt, quasi in den Pumps, und dann erst beim Wandern im Gebirge. Ich selbst schwöre auf zwei paar Socken, und ziehe erst eine dünne Lage Socken über die nackten Füße, dann darüber die Wandersocken. Außerdem "züchte" ich im Frühling sehr bewusst Wasserblasen, um die Hornhautbildung an den Füßen anzuregen, was meine Frau für ziemlich durchgeknallt, weil schmerzhaft, hält. Bei meinen Schwarzwaldwanderungen im Frühling trage ich "schlecht sitzende", ausgelatschte Wanderstiefel und leide spätestens bei der zweiten Hälfte der Tour. Allerdings freue ich mich spätestens auf dem Heimweg im Bus oder der S-Bahn auf den kleinen Orgasmus, der mir bevorsteht: Kann es für einen Mann etwas Schöneres geben, als mit einer desinfizierten Stecknadel in eine pralle Wasserblase zu stechen? Mann drücke mit einem Finger auf die Wasserblase und steche zu. Flutsch ergießt sich ein dünner und überaus strammer Strahl quer durch das Zimmer. Oder bis zur Zimmerdecke. Wahrhaft orgiastisch!

Wer auf Nummer Sicher gehen will, dass er die Wunde beim pedalen Orgasmus nicht verunreinigt, steche erst am Tag nach Zuziehen der Blase zu, desinfiziere sie nach dem Akt und klebe sie mit einem Pflaster ab. Ich persönlich halte nichts vom Rat meines Apotheker-Freundes (kein Wanderer), der meinte, ich solle meine Blasen einfach in Ruhe abklingen und abheilen lassen.
Wenn ich dann im Frühsommer richtig dicke Hornhaut an meinen Füßen gezüchtet habe, wird es Zeit für's Hochgebirge. Selbst bei den Ochsentouren bleiben dann die Wasserblasen aus.

Nichts für Wanderer, sondern nur für Warmduscher und Jogi Löws, ist der letzte Schrei der Fußpflege-Industrie, die sogenannte "Fisch-Pediküre". Es gibt nämlich neuerdings Fußpflegestudios (ja, auch in Karlsruhe), bei denen man seine schwieligen Füße ins Aquarium taucht. Schwupps kommt ein Rudel Fischchen und knabbert die beim Wandern so wichtige Hornhaut weg. Der Beweis:
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Bilder gibts hier!

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