Mittwoch, 26. Oktober 2011

Weshalb ich für einen Nationalpark Nordschwarzwald bin














Seit Jahrzehnten wandere ich in meiner Heimat Nordschwarzwald. Schöner ist es hier nicht geworden, lediglich der Sturm Lothar hat die Vorherrschaft der Fichten gebrochen. Der Wald wird immer stärker genutzt, von Wanderern, Mountainbikern, vor allem von der Holzwirtschaft, die in Naturpfade riesige Schneisen hineingeschnitten hat und den Wald wirtschaftlich nutzt und teilweise zerstört, in dem sie ohne Rücksicht auf Verluste (Kleinbiotope) mit gewaltigen Maschinen die Wälder durchpflügt und immer breitere Forstwege planiert. Parallel dazu ist von Tourismus nicht mehr viel zu spüren. Überall stehen Hotels, Gasthäuser und Ferienwohnungen leer, die Immobilienpreise sind eingebrochen, Arbeitnehmer pendeln mit ihren Autos in die Städte. Wer in diesem Blog nach "Nordschwarzwald" sucht, findet genügend Belege für den Zustand der Region. Was die gewaltigen Schneisen betrifft, erdreistete sich der Bürgermeister von Forbach einmal in einem Schreiben an mich zu behaupten, diese wären binnen weniger Jahren zugewachsen und nicht mehr sichtbar. Das Gegenteil ist der Fall, das obige Foto vom Schwarzkopf zwischen dem Mummelsee und dem Ruhestein dokumentiert das, die deutlich erkennbare Schneise existiert mindestens seit dem Sturm Lothar 1999.
Tourismusflaute, Vorrang für die totale Holzwirtschaft, die mit einer starken Lobby gegen den Nationalpark agitiert, das ist der Stand der Dinge. Andere Regionen weltweit wären froh um einen Nationalpark, bestehende Nationalparks sind große touristische Attraktionen. Nur der eigentlich wunderschöne Nordschwarzwald liegt brach bzw. wird von einer mächtigen Holzindustrie monopolhaft ausgebeutet.
Es kann mit einem Nationalpark Nordschwarzwald nur besser werden. Es wird für die Holzindustrie lange Übergangszeiten geben. Und "Strukturwandel" hat es schon immer und überall gegeben. Dann muss eben eine einflussreiche Minderheit umdenken und umlernen.

(c) Foto Matthias Kehle

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