Dienstag, 28. Februar 2012

Wandern und Alkohol

Man wird älter. Sogar als Wanderer. Ich erinnere mich lebhaft daran, dass wir früher schonmal ab und an eine Flasche Wein dabei hatten, wenn wir im Schwarzwald wanderten. Die Siesta fiel dann etwas länger aus. Mit Anfang Vierzig kamen wir eines schönen Tages nach einem Viertele kaum noch den Steilanstieg zur Teufelsmühle hinauf. Seitdem gibts im Schwarzwald beim Wandern keinen Alkohol mehr. Im Hochgebirge ist Alkohol sowieso tabu. Wie oft haben wir schon einem Gipfelschnaps widerstanden oder alkoholisierten Bergwanderern zugesehen, wie sie Gipfel abwärts schwankten. Nicht zu vergessen jene jugendlichen Bergsteiger an den Berner Lobhörnern, die morgens als wir an ihnen vorbeimarschierten, erstmal einen Joint rauchten, bevor sie in die Wände einstiegen. Nachmittags lagen sie unterhalb der Lobhörner. Lebendig zwar, aber völlig breit. Ein, zwei Viertele am Abend vor oder nach einer Tour kann man sich durchaus genehmigen, auf einer Hütte darf auch noch ein drittes Viertele dazu kommen, um die Nacht zu überstehen. Einen Fehler sollte man aber nicht machen, nämlich darüber schreiben. Da hat der Wanderkollege Wolfgang Lührs ein Wanderbuch geschrieben mit einem Titel, der mir als Belletristik-Schriftsteller sämtliche Nägel aufrollt ("Vom Wispern der Wälder und vom Wesen des Wanderns") und wohl darüber geschrieben, dass er jeden Abend Wein pichelt. Eine Rezensentin bei amazon monierte dieses "alkoholisierte Wandern", ein anderer schrieb "nach dem Laufen kommt das Saufen". Da müht man sich redlich, seine Mitmenschen von den Drogen abzubringen und dann das...

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