Montag, 13. August 2012

Kleine Wetterkunde für Verzweifelte

"Der österreichische Wetterdienst ist in etwa so gut wie die österreichische Fußballnationalmannschaft", nörgelte ich dieser Tage bei einer hübschen Tiroler Wanderin, die ich im Sellrain traf. "Schwachsinn", konterte sie, "vom österreichischen Wetterdienst läßt sich sogar Gerlinde Kaltenbrunner beraten." Naja, dachte ich für mich, Gerlinde Kaltenbrunner geht auch nicht in Österreich Bergsteigen und solange Jogi Löw nicht versehentlich österreichische Nationalspieler aufstellt, ist die Welt noch in Ordnung.
Was war also letzte Woche mit dem Wetter in Tirol los und vor allem mit dem Wetterbericht? Die Mittelfristvorhersage sagte für Donnerstag gutes und für Freitag und Samstag sehr gutes Wanderwetter voraus. Also quartierte ich mich am Mittwoch in Praxmar ein (demnächst mehr dazu). Das Barometer zeigte 1025 HPa an, also sehr hohen Luftdruck. Und das Wetter? Es war stark bewölkt bis bedeckt, am Donnerstag Nachmittag regnete es, am Freitag gingen Schauer nieder. Am Samstag fiel der Luftdruck, das Wetter besserte sich graduell, am gestrigen Sonntag fiel der Luftdruck noch weiter, der Himmel war sozusagen stahlblau, und ich musste nach Hause fahren. Weder 35 Jahre Wetterbeobachtung meinerseits noch der Wetterbericht hatte bei dieser Wetterlage eine Chance auf halbwegs präzise Vorhersagen, denn Tirol lag am Rande eines starken Hochdruckgebiets und in Bodennähe befand sich sehr feuchte Luft, die im Laufe des Tages in mittlere Höhen aufstieg - darüber war der Himmel mehr oder weniger wolkenlos.

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