Mittwoch, 13. März 2013

Welcher Schwarzwald-Wanderführer ist für mich der richtige?



Man glaubt es kaum, demnächst geht die Wandersaison los. Sogar in Karlsruhe liegt noch Schnee. Im Rahmen der Recherchen zu einem neuen Buch habe ich einen Großteil der Schwarzwald-Wanderführer zu Rate gezogen und auf ihre Tauglichkeit überprüft. Dabei ist folgender Artikel für das "Badische Tagblatt" entstanden:

Und sie bewegt sich doch: Die Nation, vor allem zu Fuß und im Schwarzwald. So jedenfalls macht es den Eindruck, betrachtet man den Markt an regionalen Wanderführern. Dabei gibt es für jede Klientel spezielle Wanderführer, allerdings ist dies nicht auf den ersten Blick erkennbar. Wer nur gelegentlich wandert und die Glanzlichter des Schwarzwaldes erkunden möchte, ist mit den klassischen „Rother Wanderführern“ bestens bedient. Zwei Ausgaben sind auf dem Markt: „Schwarzwald Nord und Mitte“ sowie „Schwarzwald Süd“ (jeweils 12,90 Euro). Von ganz leicht bis schwierig fasst Autor Bernhard Pollmann zusammen, bemängelt werden muss das Höhenprofil und Kartenmaterial. Die gleiche Klientel, Schwarzwald-Neulinge, sprechen die beiden Bände des Bruckmann-Verlags an – hier hätte man sich besser ein paar Bilder gespart und dafür bessere Karten verwendet (Chris Bergmann, je 12,95 Euro).
Klar im Vorteil sind da die Wanderführer des Kompass-Verlages, denn sie differenzieren feiner. Wer beispielsweise eine Woche in der Region der „Schwarzwaldklinik“ rund um den Kandel wandern möchte, bekommt einen exzellenten Wanderführer „Mittler Schwarzwald. Rund um Kandel und Brend“ (9,90 Euro) geboten mit Höhenprofilen und Kartenmaterial der Spitzenklasse, das mehr Wanderwege anzeigt, als im Text beschrieben werden. Der Autor Peter Freier ist ein Kenner der Region. Nachteil der neuen Kompass-Reihe ist nur: Wer viel im Schwarzwald unterwegs ist, braucht viele im Preis unterschiedliche Führer, allerdings ist im Band „Schwarzwald Süd“, ebenfalls von Peter Freier (14,95 Euro) auch ein Teil der Kandel-Wanderungen „untergebracht“. Die beiden Bände das G. Braun Buchverlags von Michael Erle decken jeweils den ganzen Schwarzwald ab, fallen aber durch unbrauchbares Kartenmaterial auf. Dafür bieten sie neben den Wanderrouten mehr Infos rund um Kunst, Kultur und Geschichte. Varianten lassen sich mit also nicht wandern ohne zusätzliche Karte (Band eins kostet 7,95 Euro, Band zwei 12,90 Euro). Günter Kromer hat im Karlsruher Info-Verlag einen Band „Wandern ohne Auto“ publiziert (14,80 Euro). Es deckt die Region zwischen Ettlingen und der Hornisgrinde ab und ist speziell auf den KVV zugeschnitten. Vorteil dieses Bandes ist, dass sich die Wanderungen kombinieren und vernetzen lassen. Nachteile sind das mangelhafte Kartenmaterial und die Tatsache, dass wieder nur die üblichen Verdächtigen beschrieben werden, etwa eine Rundwanderung um den Fremersberg (14,80 Euro).
Gelegentlich möchte man mehr über seine Heimat erfahren oder spezielle Wanderungen machen. Darauf hat sich der Tübinger Silberburg-Verlag fokussiert. Freilich gibt es dort ebenfalls „Standard“-Wanderführer über ganze Regionen, wie den „Mittleren Schwarzwald“ (14,90 Euro) in sehr guter Qualität, ergänzt um leichte Radwanderungen und reichlich Regio-Infos. Leichte Wanderungen und Spaziergänge zu attraktiven Zielen, etwa in Naturschutzgebieten bis hin zu Bummeltouren durch Städte sind versammelt in verschiedenen „Ausflugsziel“- Bänden, zum Beispiel „Ausflugsziel Region Karlsruhe. Der Süden“ von Dieter Buck (14,90 Euro). Wissenswertes rund um die Fernwanderwege wie den Westweg bietet Peter Gürth („Die Schwarzwälder Höhenwege“, ebenfalls Silberburg-Verlag, 17,90 Euro). Wer ganz Spezielles sucht, ist mit Dieter Bucks „Quellenzielen“ (14,90 Euro) oder den „Geheimnissvollen Orten in Südbaden“ bestens bedient (Georg Schmidt-Abels: Wunderquell und Heidenstein“). Abraten muss man dem Schwarzwaldfan jedoch von den „Aussichtszielen“ und den „Burgenzielen“, die lediglich das Württembergische abdecken. Der schwäbische Silberburg-Verlag arbeitet jedoch nach eigenen Angaben an einer Erweiterung ins Badische! Matthias Kehle

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