Sonntag, 2. Juni 2013

Wandern an der Oberrheinischen Seenplatte

Samstag, 1. Juni 2013, 12.30 Uhr. In Karlsruhe ist die Sintflut vorbei, es hört auf zu regnen. Samstag, 15.30 Uhr, die Sintflut scheint wirklich vorbei zu sein: Auf der Straße haben alle Passanten ihre Regenschirme zusammen geklappt. Als Kind habe ich sie erlebt, die Oberrheinische Seenplatte, Ende Mai 1978. Meine uralte Großtante Martha wohnte im 9. Stock in Ettlingen, wenige Tage noch und sie würde mit 88 Jahren nach Amerika auswandern. Kein Wunder bei dem Wetter, dass sie auf ihre alten Tage die Flucht ergreift: Gewaltige Wasserflächen bedeckten die Felder: Bis nach Rüppurr, bis zum Rhein, bis zum Rheinhafen, bis nach Baden-Baden, bis nach Mannheim. Die A5 war gesperrt, auf der Autobahn paddelten Schlauchboote.
35 Jahre später ähnliche Bilder, nur nicht ganz so schlimm. Auf den beliebten Radwegen zwischen Karlsruhe und Ettlingen tummelten sich die Flaneure, die Neugierigen an der Oberrheinischen Seenplatte und fotografierten kleine und große Enten, Ameisenschwärme, die sich an Grashalmen festklammerten oder Blindschleichen, die es gerade so ans Ufer geschafft haben und ein Feuerwehrauto, das von einem anderen gerettet werden musste - aus den Scheinwerfern plätscherte braune Brühe. Zwei Stunden waren wir auf den Beinen, eine herrliche Katastrophenwanderung entlang einer kleinen Katastrophe, denn in unserer Gegend kamen wir glimpflich davon.



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