Donnerstag, 9. Oktober 2014

Schwäbische Höhepunkte: Der Bussen (767 m)

Gaaaanz am Anfang haben wir für wenige Sekunden überlegt, ohne Geld und zu Fuß durch Württemberg zu wandern. Dann aber kam Tino auf die Idee, vor allem ungewöhnliche Reisemittel zu nutzen. Ein Feuerwehrauto, eine Rikscha, historische Motorräder, Stocherkahn, Zeppelin - alles mögliche kam uns in den Sinn.
Und so stieg ich dieses Frühjahr nicht auf die Berge, sondern reiste mit meinem Kollegen Tino Berlin "Ohne Geld durch Schwaben". Begleitet wurden wir dabei von Presse, Funk und Fernsehen, nun ist das Buch dazu erschienen (weitere Infos: hier klicken!).

Was die Leser meines Wanderblogs interessieren dürfte: Ich war während dieser 18 Tage am Tiefpunkt meines Lebens. Wo könnte dieser gewesen sein?

Auf einem Berg allerdings war ich dennoch, auf dem Heiligen Berg der Oberschwaben, dem Bussen. Nicht zu Fuß, sondern per Mitfahrgelegenheit.
Aussicht vom Buckel in das Oberschwäbische Idyll (c) maske
 
Unweit von Neufra bei Riedlingen erhebt sich dieser 767 Meter hohe Buckel. Er gehört damit eher zu den kleineren Bergen in Baden-Württemberg, dennoch ist er als Landmarke weithin sichtbar. Berühmt ist seine Fernsicht zu den Alpen - auf dem Gipfel ist ein mehrere Meter langes Panorama des Ulmer Fotografen Gerhard Kolb installiert, das akribisch beschriftet die Berge zwischen dem Karwendel und dem Berner Oberland zeigt. Archäologen haben Hinweise auf eine germanische und keltische Kultstätte auf dem Bussen gefunden, die heutige Wallfahrtskirche wurde erstmals im Jahr 805 erwähnt. Vielleicht reicht sogar die Bitte um ein "Bussakindla" bis in die keltische Zeit zurück. Heute noch pilgern junge Paare sonntags mit der Bitte um Nachwuchs auf den Bussen. Auch das Gnadenbild in der Wallfahrtskirche Sankt Johannes Baptist auf dem Bussen wird gerne von Pilgern besucht. Es handelt sich dabei um eine Pietà-Figur aus der Zeit um 1585.
Unspektakulär, der Bussen-Gipfel (c) maske

Historiker vermuten rund um den Bussen ein römisches Kastell, das es noch zu finden gilt. Grund für die Vermutung: Die Entfernung zwischen den bekannten Garnisonen zwischen Mengen und Emerkingen ist für einen Tagesmarsch zu weit - zwischen Straßburg und Augsburg verlief im ersten Jahrhundert nach Christus die "Donausüdstraße"", eine wichtige Fernverbindung, die auf der flachen Südseite des Bussens verlief. Der Aussichtsturm, der heute noch auf dem Bussen steht, ist der Bergfried einer staufischen Reichsburg. Später ging die Burg an die Veringer und an die Habsburger. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie durch schwedische Truppen zerstört (1633).

Das berühmte Bussen-Alpenpanorama läßt sich als Video bei Youtube abrufen:

oder aber als Panoramafoto:
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1 Kommentar:

  1. Auf was für Ideen man kommt, wie man am besten von A nach B kommt. An eine Rikscha hätte ich glaube als letztes gedacht :D

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