Montag, 19. Januar 2015

Alpinwandern auf Fuerteventura (II)

Fuerteventura ist nicht gerade als Wanderparadies berühmt, zumal die höchsten Gipfel zwischen 600 und 800 Meter hoch sind. Das macht natürlich nicht viel her, obwohl einige Berge schwieriger zu erklimmen sind als mancher Latschviertausender.

Auf dem ersten Gipfel, Blick zum weiteren Wegverlauf (c) maske
Es gibt wenige bekannte Wanderwege in den beiden Gebirgen der Insel, einer davon führt auf den Pico de la Zarza, mit 812 Metern der höchste Inselberg. Von Morro Jable aus spaziert man meist auf einem breiten Asphaltpfad bis zum höchsten Punkt. Als ich über der (mangelhaften!) Kompass-Karte brütete, um ungewöhnliche Touren abseits der Touristenpfade zu finden, stieß ich schnell auf den Grat, der von Norden auf den Zarza führt. Etwas nördlich von Morro Jable führt ein Schotterweg zur Degollada de los Canarios, einer Passhöhe von 350 Metern über dem Meer. Dort stellten wir unseren Mietwagen ab. Ich hatte keine Ahnung, ob uns hinter dem ersten Berg, den wir zu erklimmen hatten, den Morro del Joaro (621 m), vielleicht ein senkrechter Absturz oder problematisches Gelände erwarten würde: Die Kompass-Karte ist alles andere als eine Schweizer Landeskarte. Die ersten 280 Meter auf Gipfel Nummer eins war ein angenehmer wegloser Aufstieg, den man am besten in Serpentinen meistert, ebenso wie den 150-Meter-Abstieg zur nächsten Senke (463 m). Nun ging es recht steil und felsig zur Gratschulter mit Namen Pico de la Matanza (651 m). Stets hat man mehr oder weniger senkrecht unter sich das Meer mit den Sandstränden rund um Cofete - ein Traumblick! Das nächste Wegstück führte uns relativ flach ansteigend und problemlos weiter auf den zweithöchsten Gipfel der Insel, den Pico de Mocán (801 m), ein markanter Felskopf.
Tiefblick vom Pico de la Zarza
Ab hier kletterten wir unschwer über allerhand Felstürmchen bis zum Zaun, der den Gipfelbereich des Pico de la Zarza umgibt, um die seltene Flora vor dem Verbiss durch Ziegen zu schützen. Dem Zaun folgten wir bis zum Eingang und flanierten den Rest des Spazierwegs zum höchsten Punkt.
Wer clever ist, parkt sein Auto in Morro Jable, läßt sich mit dem Taxi bis zum Ausgangspunkt der Degollada de los Canarios bringen und kann im Anschluss den bequemen Weg zu seinem Auto hinab nach Morro Jable spazieren. Wir gingen den ganzen Weg zurück zur Degollada. Trainingshalber. Hin- und Zurück ist eine reine Gehzeit von mindestens 5, eher 5,5 Stunden zu veranschlagen.

1 Kommentar: