Sonntag, 21. Juni 2015

Nicht nur Gurken - Wandern im Spreewald

Ein Gastbeitrag von Carmen Winter:

Ich wandere eigentlich nicht. Ich besitze keine Wanderschuhe und kenne mich nicht aus mit den schönsten deutschen Wanderwegen. Das Fahrrad ist mein bevorzugtes Fortbewegungsmittel in der Freizeit. Aber um einen Spreewald-Reiseführer zu schreiben, der einige Tourentipps beinhalten sollte, musste gewandert werden. Zwei Touren empfehle ich gern weiter: Den Moorlehrpfad zwischen Lübbenau und Raddusch und den Weg an den Heideseen vorbei hinauf zum Wehlaberg bei Krausnick. Beide sind auch mit dem Rad befahrbar.
Moorlandschaft im Spreewald

Für alle, die noch nie im Spreewald waren: Es handelt sich um ein Binnendelta der Spree zwischen Cottbus und Berlin. Eine von der Eiszeit geprägte einmalige Landschaft in Deutschland, durchzogen von unzähligen flachen Flussläufen, auf denen man sich per Kahn durch die Landschaft staken lässt. Theodor Fontane, der erste Wanderer Brandenburgs, nannte das Spreewalddorf Leipe ein Klein-Venedig. Seit 2006 dreht das ZDF hier Krimis, die viel von der teils mystischen Atmosphäre der Region wiedergeben.
Der 2014 eingerichtete Moorlehrpfad bei Raddusch ist 13 Kilometer lang. Die einzelnen Stationen sind beschildert. Ein ehemaliger Torfstich, eine alte Wassermühle, das Hirschmoor, das Sauenmoor und das Quellgebiet Carna Gora liegen am Weg. Durch intensive landwirtschaftliche Nutzung und Braunkohletagebaue in unmittelbarer Nähe waren die Moore stark geschädigt. In den 1990er Jahren hat man mit der Rekultivierung begonnen und mittlerweile kehrt  die typische Pflanzen- und Tierwelt zurück. Leider gibt es unterwegs kaum Möglichkeiten zu rasten. Nur eine Gaststätte, die Dubkow-Mühle mit spreewaldtypischem Essen, zu dem sowohl Fisch als auch Kartoffeln mit Quark und Leinöl gehören, liegt am Weg. Rastplätze fehlen noch.
Alte Wassermühle. Die Rekonstruktion ist inzwischen 
weiter fortgeschritten

Die höchste Erhebung im Spreewald ist mit 144 Metern der Wehlaberg im Bergspreewald. Der liegt gleich neben Tropical Islands, einem künstlichen Tropenparadies in einer 360 Meter langen Traglufthalle.
Ausgangspunkt für die Wanderung kann Krausnick sein. Der Weg an den Heideseen entlang ist der schönste. Der Aufstieg lohnt sich, wie Aufstiege sich eigentlich immer lohnen. Wald und Himmel, so weit das Auge reicht und mitten drin die Tropenhalle, wie ein UFO.
Das Schöne am Spreewald ist, dass er so abwechslungsreich ist. Wer sich gern in der Natur bewegt, kann hier zu Fuß mit dem Rad oder im Paddelboot unterwegs sein.


Buchtipp: Carmen Winter: Spreewald. 144 Seiten, 9,95 Euro, via reise verlag
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