Dienstag, 4. August 2015

Abschied von den Gletschern - Wandertipp Guslarspitzen

Details Kesselwandferner

Wer die berühmte Venter Hüttenrunde macht, bekommt sie zu sehen: Die sterbenden Gletscher. DIE Venter Runde gibt es dabei eigentlich gar nicht, denn rund um das Bergsteigerdorf liegen zahlreiche Hütten verstreut, die sich in einen mehrtägigen Rundmarsch integrieren lassen. Die längste Variante führt von Vent über die Martin-Busch-Hütte zur Similaun-Hütte oder gleich über den Saykogel (3355 m) zum Hochjochhospiz. Dazwischen läßt sich noch die Bella-Vista-Hütte mitnehmen. Natürlich kann der Massenlager-Junkie auf seinem Weiterweg zur Anfangs- und Endstation Vent noch die Vernagthütte und die Breslauer Hütte mitnehmen. Nun, wir sind keine Junkies und haben die kleinste Variante gewählt: Von Vent zur Martin-Busch-Hütte, dann über den Saykogel zum Hochjochhospiz, zwei Übernachtungen, dann zurück nach Vent. Weshalb zwei Übernachtungen im Hochjochhospiz? Ganz einfach, wir wollten noch die Guslarspitzen besteigen. Einsam und fast ganz allein waren wir auf diesen leicht zu ersteigenden Dreitausendern, und das obwohl alle genannten Hütten überbelegt waren. In den einschlägigen Wanderführern werden sie nur selten erwähnt, auch wenn der Weg zur Mittleren Guslarspitze (3126 m) schon recht alt ist und vor einigen Jahren neu markiert wurde. Dabei hat man von jeder einzelnen dieser Spitzen andere, variierende Blicke auf die umliegenden Gletscher.
Hintereisferner mit Weißkugel (r.)
Von den kleinen Restgletschern muss man wohl in den nächsten Jahren endgültig Abschied nehmen, den Kesselwandferner und vor allem den mustergültige Talgletscher Hintereisferner wird man wohl noch ein paar Jahre länger bestaunen dürfen.
Die Tour ist an einem halben Tag locker zu machen, man kann auch zur Vernagthütte absteigen oder die ganze Runde in anderer Richtung marschieren.
Die zwei Nächte im Hochjochhospiz waren übrigens eine Tortur und sind Menschen mit feinen Nasen nicht zu empfehlen. Nicht etwa wegen der menschlichen Ausdünstungen, vielmehr hat die Hütte ein Abwasserproblem, so dass man (nicht nur) beim Einschlummern Fakalienduft erschnuppert. Kein Wunder, dass die Pächter nur mäßig freundlich sind.

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