Sonntag, 2. August 2015

Ganz schön frisch, Mann! Die Frischmannhütte

Der Sommer 2015 hat seine Qualitäten. Aber er ist zu heiß! Auszuhalten ist es tagsüber eigentlich nur auf Gipfeln über 3000 Meter und nachts in Hütten über 2000 Meter. Für Bergsteiger ein sagenhafter Sommer, aber für Wanderer? Es gibt inzwischen viele Gipfel über 3000 Meter, die auch Normalos zugänglich sind. Einer der leichtesten Berge ist der Fundusfeiler (3079 m) im Geigenkamm im nördlichen Ötztal. Das ist schon lange bekannt, auch in der Bibel für 3000er-Wanderer "Leichte Dreitausender in den Ostalpen" von Dieter Seibert ist er vertreten. Dennoch wird der Fundusfeiler nur relativ wenig besucht. Überdies beschreibt Seibert einen recht komplizierten und langen Anstieg vom Pitztal aus. Für heiße Tage, wie sie in diesem Sommer die Regel sind, sei die Anreise über Umhausen oder Köfels zu empfehlen einschließlich mindestens einer Übernachtung in der wunderbaren Frischmannhütte (2192 m) mit ihrem liebenswürdigen Personal.
Frischmannhütte und Fundusfeiler

Von Köfels führt ein "Waalweg" zur Hütte, der Aufstieg dauert (wie von Umhausen aus) etwa drei Stunden. Allerdings ist der Weg von Umhausen zur Hütte eine "Autobahn", ein neun Kilometer langer Forstweg bis zur Fundusalm, die idyllisch unterhalb der Hütte gelegen ist. Wir sind an einem der heißesten Tage im Juli angereist, also erst am Mittag in Umhausen angekommen. Nicht weitersagen: Wir haben das Hüttentaxi in Umhausen gewählt, um bis zur kühlen Fundusalm zu gelangen! Auf der Hütte bekamen wir ein Zweibettzimmer - man glaubt es kaum! Schließlich sind die österreichischen Hütten in diesem Sommer hoffnungslos überfüllt, was zwei Gründe hat: Erstens der lausige Sommer 2014, zweitens fällt die Schweiz als Urlaubsland aus. Zu teuer! Bei der Hitze bleibt man möglichst lange in der Höhe, ohne abzusteigen. Auch dafür ist die Frischmannhütte ideal. Die völlig problemfreie Besteigung des Fundusfeilers nimmt einen halben Tag in Anspruch, auch wenn man noch seinen kleineren Nachbarn den Südlichen Lehner Grieskogel (3038 m) mitnimmt und an einem Tag zwei Dreitausender verbuchen kann. Dreitausendersammler können auch noch den Mittleren und Nördlichen einsammeln (3030 und 3032 m), aber richtige Gipfel sind das nicht.
Lehner Grieskögel (l.) und Fundusfeiler (r.) vom Blockkogel

An Tag zwei kann man den prächtigen Blockkogel-Nordgipfel (3083 m) besteigen, wobei ein wenig mehr Schweiß fließt. Anfangs geht es in elend langen Kehren durch groben Schutt, am Gipfel sind leichte Kletterstellen in grobem Blockwerk vorzufinden.
Das Gipfelkreuz steht übrigens auf dem niedrigeren und attraktiveren der beiden Gipfel des Blockkogels. Der Südgipfel ist 3097 m hoch, seiner Besteigung ist mit einer III-er-Kletterei zu bewältigen.
Blockkogel mit Süd- und Nordgipfel
Das Foto rechts veranschaulicht ganz klar, dass der kleinere Nordgipfel schöner als der platte Südgipfel ist.
An Tag drei schließlich marschiert man am besten weiter zur Erlanger Hütte. Frühstück gibt es in der Fundushütte übrigens ab 6 Uhr. Spätestens um 7 sollte man das Haus verlassen haben.

Infos:
Fundusfeiler
Lehner Grieskögel
Frischmannhütte

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