Sonntag, 28. Februar 2016

Berge, Sonne, Meer - Wandern auf Lanzarote

Lanzarote ist nicht gerade für seine hohen Berge bekannt. Eine Handvoll 600er gibt es, den höchsten Punkt, den man erreichen kann, sofern man kein Angehöriger des spanischen Militärs ist, liegt bei 643 Metern. Doch es gibt eine Handvoll spektakulärer Wanderungen, eine sogar mit kleiner Klettereinlage.

Klettern am Pico Redondo
 Zu den schönsten Wanderungen gehört eine, die in den üblichen Wanderführern nicht zu finden ist. Sie führt über die südlichsten Gipfel der Insel, direkt ans Meer, zu den berühmten Papagayo-Stränden. Wir wählten aber eine Tour rund um Femés, ohne zum Meer weiterzuwandern. Wir parkten an diesem 27. Januar 2016 mitten in dem Örtchen, einem Bergdorf mit gerade einmal 240 Einwohnern, 350 Meter über dem Meer gelegen. Im Westen wird Femés von der Atalaya de Femés (609 m) und seinen Funkmasten überragt. Er erinnert unwillkürlich an einen Dönerspieß. Auf der gegenüberliegenden Seite erblickten wir knapp hundert Meter über dem Dorf einen Ziegenstall, zu dem ein breiter Fahrweg führt. Hunderte von Ziegen tummeln sich hier, und wir fragten uns, ob diese in der kargen Landschaft genügend Nahrung finden - in wenigen Minuten erreichten wir den Stall.
Ziegen mit Pico Redondo

 Von hier aus geht es weitgehend weglos, nur von einigen Steinmännern begleitet stets in südwestlicher Richtung folgend, quasi der Nase lang über die nächsten drei Gipfel. Das erste Ziel ist der Pico de la Aceituna (487 m) mit einigen Mauerresten auf dem höchsten Punkt. Er hebt sich aus der Kette der südlichen Berge Lanzarotes nur wenig ab, wir hatten aber einen herrlichen Blick auf die beiden nächsten Gipfel vor uns: den Pico Redondo (561 m) und den formschönen, südlichsten 500er der Insel, Hacha Grande, ebenfalls 561 m hoch. Wir stiegen kurz in die nächste Senke und dann - immer der Nase lang, einigen Pfadspuren folgtend zum Gipfel, zuletzt mit ein wenig Kletterei. Was gibt es Schöneres als warme Felsen im Januar?

Steinmann auf dem Pico Redondo
Unter uns erblickten wir Ziegenstall Nummer zwei in der Senke mit dem Namen Degollada de Portugués. Zu diesem stiegen wir hinab. Vor uns erhob sich das letzte Ziel, der Hacha Grande. Am westlichen Teil des Berges erkannten wir deutliche Pfadspuren, die mehr oder weniger ununterbrochen bis zum Gipfel führen.

Der Ausblick ist grandios. Hinter dem Dönerspieß erheben sich die Feuerberge, im Westen schwarze Lavafelder, im Nordosten leuchten die weißen Häuser von Purto del Carmen, im Süden die von Playa Carmen. Das Inselchen Lobos, zwischen Lanzarote und Fuerteventura gelegen und Fuerte selbst - bei klarem Wetter überblickten wir die halbe Insel. Bei sehr klarem Wetter schweift der Blick bis zum Pico de Teide auf Teneriffa.
Blick von Hacha Grande zum Inselchen Lobos und nach Fuerteventura

 Wäre unser Mietauto nicht in Femés gestanden, wir wären einfach hinab gestiegen, wieder Pfadspuren folgend, bis zu den Stränden. So aber mussten wir zurück. Zunächst zu Ziegenstall Nummer zwei, dann dem markierten Wanderweg folgend, Pico Redondo umrundend nach Femés.

Die Gesamtgehzeit dieser einer der schönsten Wanderungen der Kanaren beträgt 3,5 bis 4 Stunden, je nachdem ob man nach Femés zurückkehrt oder bis zu den Stränden absteigt. Von dort haben Wanderer dann das Problem, zur nächsten Bushaltestelle in Playa Blanca zu gelangen. Logisch es geht zu Fuß, verlängert die Tour aber noch ein wenig. Weitwanderer können in Yaiza starten und über den Dönerspieß, Atalaya de Femés, nach Femes gehen (einfache Wanderung von zwei Stunden, Rother Wanderführer Lanzarote, Tour 27). Das ist dann aber eine Ganztagestour, bei der man eine Übernachtung in Playa Blanca einplanen sollte.

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